Bevor wir uns mit dem anstehenden Umbau der Elektrik wieder in den »Untergrund« begeben werden, wollten wir das Schottern auf der Oberseite möglichst abschließen. Ein wunder Punkt war noch der Ablaufberg, der zwar seine endgültige Form schon lange besitzt, doch die Seitenwände haben noch gefehlt. Daher konnte in diesem Bereich auch nicht weiter geschottert werden.
Jan hat sich ans Werk gemacht und nach einem Muster des Bergprofils die Seitenwände aus Sperrholz ausgesägt. Beidseitig angebracht bringen sie den Ablaufberg auf die richtige Breite. Da der Berg auf zwei Segmenten liegt, mussten die Wände jeweils in zwei Teilen hergestellt werden.
Nacheinander wurden die Seitenteile dann mit den Trassenbrettern verklebt. Als Abschluss fehlt jetzt nur noch die fertige Oberfläche aus Beton und Naturstein-Mauerwerk. Diese fertigt Heiner in dünnem MDF auf seinem Laser noch an. Und auch ein Form-Abdrücksignal ist bereits auf dem Weg zu uns …

In den vergangenen Monaten haben wir nunmehr die Gleise auf allen Segmenten eingeschottert. Um bei den relativ tiefen Modulkästen besser an den Gleisen arbeiten zu können, haben wir jeden Kasten einzeln geschottert. Die Übergänge konnten wir dabei noch nicht passgenau herstellen, so dass wir diese Arbeit jetzt nachgeholt haben. Wir haben eine ganze Reihe von Segmenten miteinander verschraubt und in die Fugen durchsichtige Folie (Overheadfolie o.ä.) gesteckt. So konnten wir von beiden Seiten Schotter und Splitt bin an die Folie aufbringen und harmonische Übergänge schaffen.

Die neu geschotterten Bereiche wurden wieder mit Odolwasser als Fließverbesserer eingesprüht und anschließend mit Tiefgrund verklebt. Die Folie ist übrigens glatt genug, dass der Schotter daran nicht haftet und sie sich nach dem Trocknen problemlos entfernen lässt.

Sonntag, 29. Januar 2012
Übergangszeit
Montag, 12. Dezember 2011
Auf steinigem Weg zu blühenden Landschaften

Zugegeben, um diese Jahreszeit blühen die Landschaften in unseren Breiten wahrlich nicht. Und außerdem ist der Weg bei der weiteren Fertigstellung unseres Bahnhof auch eher ein steiniger, dennoch gibt es einige Ausschnitte, die bereits jetzt die Sehnsucht nach dem nächsten Sommer befördern. Hier ist, beschienen von der Morgensonne, der aktuelle Zustand der westlichen Einfahrt zu sehen.
Der Prellbock am Ende von Gleis 13 wird zu gegebener Zeit durch einen solchen mit Blechwänden ersetzt. Unser »Lieferant« arbeitet noch daran …
Die Böschung des tiefen Einschnitts wird wie überall mit ausgesiebter Erde und hier noch einigen einigen Gesteinsbrocken für das Begrünen vorbereitet.
Und nun zurück, zu unserem »steinigen Weg«, auf dem wir eine wesentliche Etappe weiter gekommen sind: Wir haben inzwischen alle Gleise eingeschottert! Es gibt allerdings noch viele Stellen, die nachgearbeitet werden müssen. Gerade die Übergänge vom Schotterbett zu den Rangierer-Wegen, aber auch die Modulübergänge sind noch nicht fertig. Die Fotos zeigen jedoch schon, wie weit wir gekommen sind. 
Hier ist der Unterschied zwischen dem gröberen Schotter auf den Hauptgleisen (Betonschwellengleis) und dem feinen Schotter auf dem vorn liegenden Gleis der Bahnmeisterei zu erkennen.

Die nächste große Etappe findet wieder »unter der Erde« statt, denn wir werden die Elektrik des Bahnhof auf Digitalsteuerung umbauen. Mehr dazu demnächst …
Dienstag, 25. Oktober 2011
Historische Fotos von Walburg
Im Forum »Historische Bahn« von Drehscheibe Online gab es vor kurzem einige sehr interessante Beiträge mit Bezug zu unserem Bahnhof Walburg.
Carsten Brink, der seine Kindheit am Hohen Meißner verbracht hat, konnte im Hessischen Braunkohle Museum in Borken einige fotografische Schätze zum Bergbau am Hohen Meißner heben, die er in Kooperation mit Joachim Leitsch veröffentlicht hat. Vor allem die ersten Fotos sind für uns interessant, zeigen sie doch bislang völlig ungewohnte Perspektiven des Bunkers in Walburg. Der 2. Teil des Beitrags widmete sich vor allem den Einrichtungen auf dem Berg.
Die beiden Beiträge waren des Guten aber noch nicht zuviel, so dass Volker Blees mit einem weiteren Bilderbogen Vor 20 Jahren: Köf III in Eschwege, V 90 am Hohen Meißner die interessanten Erlebnisse seiner Fototour im Oktober 1991 rund um Walburg präsentierte.
Diese Beiträge sowie die anschließenden Diskussionen überbrücken die Zeit bis zu unserem nächsten Einsatz von Walburg und sorgen für Motivation beim Weiterbau. Davon kann es nie genug geben …
Sonntag, 23. Oktober 2011
Grau und Grün
Weiter geht es mit dem Schottern. Auch wenn es sich um eine scheinbar endlose Arbeit handelt, die Schottersteinchen mit feinstem Werkzeug zwischen die Schwellen zu verteilen, so sind wir doch inzwischen beim vorletzten Segment angekommen. Allerdings ist das der Bereich der Ablaufgleise, von denen es eine ganze Menge gibt …
Wie auf diesem Vorbildfoto von Walburg zu sehen ist, handelt es sich nicht um eine einheitlich graue Fläche. Der Bereich zwischen den Gleisen ist nicht durchgehend geschottert, sondern es sind Laufwege für die Rangierer mit feinem Splitt aufgefüllt, auf dem sich sicherer gehen lässt.

Beim Vorbild wird dieser Bereich einfach nach dem Schottern aufgefüllt. Doch im Modell ist das nicht so einfach nachzubilden. Ein Streifen aus dem feinen Split lässt sich so schmal nicht nachträglich aufsieben, da sich der Staub – ähnlich wie Farbpigmente beim Altern – im Schotter überall verteilen und haften würde. Also gehen wir in einer anderen Reihenfolge vor: Zuerst werden die Laufwege hergestellt und dann der Schotter aufgebracht.
Wir haben als Unterbau für die Laufwege 1 mm starken Kork verwendet, der in den entsprechenden Breiten zwischen die Gleise geklebt wird. Das Material ist flexibel genug, um es in Streifen auch in den Kurven zu verlegen.

Der Abstand zwischen Schwelle und Kork beträgt etwa 5 mm. Der Kork ist übrigens bei Modulor erhältlich.

Auf die mit Kleber bestrichenen Korkstreifen wird dann wieder der feine Splitt gesiebt, so dass sich eine mehr oder weniger gleichmäßige Oberfläche ergibt. Der Splitt, der neben dem Kork landet, wird später einfach abgesaugt, und die Gleise sind danach wieder staubfrei. Die Oberkante des Splitts ist jetzt fast bündig mit den Schwellenoberkanten.

Schließlich wird wie sonst geschottert. Es ergibt sich von ganz allein eine etwas unregelmäßige Kante zwischen Schotterbett und Laufweg, die dem Vorbild ganz gut entspricht.

Parallel zum Schottern haben Friedrich und Hans-Jürgen Versuche durchgeführt, wie der hohe Damm am Kasseler Bahnhofsende mit dem Elektrostaten begrünt werden kann. Zuerst haben sie eine »Grundierung« aus Gartenerde aufgesiebt. Als Kleber wurde dafür matter Klarlack benutzt, der satt auf die Geländehaut gestrichen wurde. Zu wenig Lack lässt ihn zu schnell abtrocken, so dass die Erde nicht kleben bleibt.

Es kamen nicht nur unterschiedlich lange und unterschiedlich gefärbte Flock-Fasern zum Einsatz, sondern wir haben auch unterschiedliche Kleber verwendet. Für den Hang haben sich langsam abbindende und sehr zähflüssige Kleber geeignet, vor allem ein Zweikomponentenkleber auf Lösungsmittelbasis ließ auch großflächiges Arbeiten zu.

Auf die Spitzen der ersten Grasschicht wurde dann ein mit Wasser verdünnter Dispersionskleber gesprüht , worauf hellere Fasern mit dem Grasmaster aufgeschossen wurden. Sie stellen die vertrockneten Gräser auf dem Hang dar. Hier ein Zwischenstand, bevor die Fasern noch mit einem Kamm einheitlich ausgerichtet werden.

Montag, 1. August 2011
Wasser marsch!
Da wir mit dem Schottern zügig vorankommen, ist es höchste Zeit, sich mit der weiteren Ausgestaltung des Gleisbereichs zu befassen. Dazu zählen auch zwei Wasserkräne; einer wird westlich des Lokschuppens neben der Schlackegrube stehen, und ein anderer kommt an das Kasseler Ende des Inselbahnsteigs zwischen Gleis 2 uns 3. Da dort Zugfahrten stattfinden, ist dieser Wasserkran mit einer Laterne ausgerüstet. Nach der Recherche von Vorbildfotos haben wir uns für ein Modell des Einheitswasserkrans von Weinert-Modellbau (Nr. 3397, Seite 102) entschieden.
Das Modell ist schnell zusammengebaut. Ich habe die Messingteile des Krans verlötet. Das Spannseil vom Ausleger zur Kranspitze hat dabei etwas viel Hitze abbekommen und sich ziemlich gewellt. Allerdings waren diese Teile beim Vorbild nicht weniger krumm, so dass ich auf ein Richten verzichtet habe. Die Laterne wird noch nicht aufgeklebt, um sie besser lackieren zu können. Auch der Absperr-Schieber wird einzeln lackiert, genauso wie die beiden Fundamente. Die Teile wurden nach dem Säubern und Entfetten mit hellgrauer Vallejo-Grundierung gespritzt. Anschließend erhielten Kran und Schieber eine dunkelgraue, matte Decklackierung, für die ich einen wasserlöslichen Lack von Revell verwendet habe, weil er gerade zur Hand war.

Dann ging es auch schon gleich ans Altern. Zuerst wurden mit dem schwarzen Wash von Vallejo Wasserfahnen und Dreckablagerungen aufgebracht. Danach kam wieder das Rost-Washing von MIG zum Einsatz, das ich auch schon beim Prellbock verwendet habe. Der Rost entstand, wo Wasser länger steht, z.B. auf den Ringen und in den Ecken das Kranauslegers. Den Drehpunkt oberhalb des Anschlags für den Griff habe ich dann noch mit der MIG Oil and Grease Stain Mixture behandelt, um das dort vorhandene Fett-Wasser-Gemisch des Vorbilds nachzubilden. Zum Abschluss kamen noch einige Rost-Pigmente auf den gesamten Kran, die den Flugrost nachbilden.
Die Laterne wurde nach dem Grundieren zunächst auf zwei Seiten mit dem Pinsel rot lackiert, bevor der gesamte Rahmen und das Dach schwarz lackiert wurden. Die anschließende Alterung erfolgte analog zum Kran.
Die Metallplatte auf dem Sockel wurde nach dem Grundieren zunächst mit einem feinen Pinsel in derselben Farbe wie der Kran lackiert. Anschließend wurde dann in mehreren Durchgängen Betonfarbe aufgetupft. Von hell ausgehend wurden die Töne immer etwas dunkler, um eine verwitterte unregelmäßige Oberfläche zu erzielen. Es wurde immer nur ein Hauch Farbe aufgetupft, indem der runde Borstenpinsel vorher auf einem Tuch fast trocken gewischt wurde.
Die Gitter wurde mit dem schwarzen Wash von Vallejo hervorgehoben, das sich in den Vertiefungen abgelagert hat, und dann mit etwas rostigen Washing versehen. Der Ablauf unter dem Wasserauslauf wurde dann mit der glänzend auftrocknenden Oil and Grease Stain Mixture getränkt, um Nässe nachzubilden.
Erst wenn alle Teile einzeln lackiert sind, werden sie endgültig zusammengebaut. Hier bereits provisorisch für den Fototermin, denn die Fundamente werden zuerst auf dem Modul festgeklebt bevor Kran und Absperr-Schieber aufgeklebt werden. Ein Foto vom Einbauort wird nachgereicht, wenn es dort nicht mehr zu sehr nach Baustelle ausschaut …