Sonntag, 8. August 2010

Gemeinsam statt einsam

Einsam ist es unserem Bahnhof in seinem Anhänger vielleicht ein wenig geworden, nachdem wir ihn über eine längere Zeit nicht ausgeladen hatten. Ganz und gar nicht einsam war es, als wir letztes Wochenende mal wieder unsere Werkstatt in der Rhön belebt haben. Die Tätigkeiten, die auf dem Programm standen, wären zwar alle auch alleine und am heimischen Küchentisch zu erledigen gewesen, doch zusammen macht's eben mehr Spaß - vor allem, wenn die Tätigkeiten eher zermürbend sind, wie das bei der Elektrik zweifelsohne ist. Harry müht sich hier, die Ansteuerung der Servos für unsere Signale hinzubekommen. Leider sind nach einer versehentlichen Überspannung zahlreiche Ausfälle an verschiedenen Stellen aufgetreten, die mühsam identifiziert und behoben werden müssen.

Gerd und Friedrich testen am Streckenast in Richtung Velmeden unserem selbstgesiebten Schotter. Der Randweg besteht aus dem feinsten Material bzw. dem Staub, der beim Sieben übrig geblieben ist. Nachdem dieser mit Tiefengrund festgeklebt wurde, konnte der Schotter mit einem Zuckerstreuer verteilt und mit Pinseln schließlich in Form gebracht werden. Vor dem Kleben mit Tiefengrund wurde alles mit einer Lösung aus Wasser und einigen Spritzern Odol als Fließverbesserer benässt.

Nachdem die Schranke kurz hinter dem Einfahrsignal aus Richtung Hessisch Lichtenau montiert war, konnte jetzt auch das letzte Segment mit der Landschaftshaut aus Fliesenkleber überzogen werden. Im Bild kann man in der Trassenböschung übrigens den Wattenscheider Signalschacht gut erkennen, der im FREMO weit verbreitet ist.

Paul und Heiner haben sich gemeinsam dieser Teile hier angenommen. Worum genau es sich dabei handelt, wird bald in einem eigenen Post verraten …

Sonntag, 25. April 2010

Walburg i.d. Rhön!

Nein, Walburg liegt auch weiterhin in Hessen-Nassau, doch war unser Bahnhof Knotenpunkt eines FREMO-Regionaltreffens in Petersberg in der Rhön. Wir haben den Standortvorteil genutzt, um in der Nähe des Domizils unseres Bahnhofs ein Regionaltreffen zu organisieren. Auf etwa 400 qm ein war ein Nebenbahn-Arrangement aufgebaut, das sich entfernt an die reale Situation zwischen Kassel und Eschwege angelehnt hat. Der Bahnhof Epterode war auch wieder mit von der Partie.


Fotos vom Einsatz und des Treffens sind über den Link in der rechten Spalte zu erreichen.

Sonntag, 28. März 2010

Zug um Zug

Im nächsten Monat werden wir mit Walburg endlich wieder an einem FREMO-Treffen teilnehmen. Daher galt es also den ganzen Bahnhof in Ruhe elektrisch und mechanisch durchzutesten. Während die mechanische Prüfung glatt und zügig ablief, tauchten bei der Elektrik immer mal wieder merkwürdige Verhaltensweisen auf. Harry und Martin haben aber die meisten Probleme erkennen und beheben können. Leider hat Fehlstrom einige Relais beschädigt, die jetzt ersetzt werden müssen. So werden die letzten Fehler der Elektrik erst wieder direkt auf dem Treffen behoben werden können.

Marcus und Manuela hatten sich mit feinen Pinseln bewaffnet, um die Schienenprofile an den Modulübergängen wieder mit Rostfarbe zu lackieren. Beim Streichen der Modulkästen mit grauem Lack hatten diese auch einige Farbe davon abbekommen. Auch die Flügelschienen und Oberseiten der Radlenker wurden wieder mit Rost versehen. Im selben Durchgang sind die Gleise gründlich mit Feuerzeugbenzin gereinigt worden, was uns beim Aufbau auf dem Treffen dann erspart bleibt.


Während die Arbeit an der Elektrik kaum zu fotografieren ist, hat sich aber auf der Oberseite des Moduls wenigstens etwas getan. Die Bahnsteigkanten sind inzwischen vollständig gesetzt worden. Für die Abgüsse der Formen aus der Werkstatt Spörle haben wir Gips der Firma Dentona benutzt, der aus der Dentalbranche kommt, inzwischen aber auch gerne an Modellbauer verkauft wird:

Vor allem der Gips "form plaster" eignet sich durch seine Fließeigenschaften hervorragend für den Formenguss. Trennmittel oder auch Rütteltische sind damit überflüssig!

Die Bahnstiege wurden dann mit Styrodur aufgefüttert, auf das noch Betonplatten bzw. Splitt aufgebracht wird. Zunächst haben wir die Oberfläche nur mit grauer Dispersionsfarbe gestrichen, während die Bahnsteigkanten mit einer relativ dünnen Mischung aus weiß, schwarz und ein paar Tropfen gelb der wasserlöslichen Vallejo-Farben gestrichen wurden.


Zug um Zug ging es dann auch mit den Antriebskästen und Drahtzugleitungen weiter. Jan und Heiner haben Pläne und zahllose Bilder herangezogen, um diese markanten Teile des mechanischen Stellwerks möglichst vorbildnah zu platzieren. So werden die Zungen der DKW von der (im Foto) rechten Seite angetrieben, während die Laterne links liegt und auch von dort angesteuert wird. Die Rollenhalter für die oberirdische Fortsetzung der Drahtzugleitungen werden aber erst nach dem Einschottern gesetzt.

Samstag, 30. Januar 2010

Zwischen den Gleisen


Nachdem wir letztes Mal die Lage der Drahtzugleitungen und Weichenantriebe recherchiert und aufgezeichnet hatten, sollte es diesmal mit dem Einbau der ersten Teile losgehen. Hier sieht man den Bereich vor dem Stellwerksanbau des Empfangsgebäudes. Dort kreuzen eine ganze Reihe von Kanälen die Gleise und auch den Inselbahnsteig. Wie beim Vorbild müssen hier die Schwellenabstände unterschiedlich sein, um alle Leitungen unterzubringen. Hier ist erst ein kleiner Teil der Kanäle eingebaut.


Die Kanäle und Antriebe stammen von Weinert. Nachdem wir die Teile entgratet hatten, haben wir sie zum Lackieren mit doppelseitigem Klebeband auf einer Pappe befestigt. Zum Lackieren haben wir Farben aus dem Model Air Sortiment von Vallejo benutzt, die sich gut verarbeiten lassen. Vor allem das Reinigen der Spritzpistole ist mit diesen wasserlöslichen Farben sehr einfach. Für die Kanäle haben wir German Grey (052) und für die Weichenlaternen, Rollenhalter etc. Black Grey (056) als Grundfarbe verwendet.


Ganz nebenbei haben wir die erste Charge unseres selbst gesiebten Schotters gewaschen. Die Steine wurden in einen Eimer gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Der Schotter setzte sich unten ab und oben schwamm der Staub in der Brühe. Das muss solange wiederholt werden, bis kein Staub mehr aufschwimmt und das Wasser klar bleibt. Anschließend haben wir den Schotter auf einem Regalbrett vor dem Ofen getrocknet. Der lief sowieso auf Hochtouren, da wir die Temperatur in der Werkstatt von frostigen 2 Grad auf 12 Grad am Ende angehoben hatten.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Wir sind wieder oben (dr)auf

Nachdem wir uns recht lang mit dem Herrichten und Lackieren der Modulkästen beschäftigt haben, sollte es nun endlich wieder auf der Oberfläche weitergehen. Hier steht nun das Ausschmücken der Gleisbereiche an. Dazu zählen vor allem die zahlreichen Drahtzugleitungen und Weichenantriebe. Dank vorhandener Weicheneinbaupläne sowie vieler historischer Fotos, konnten Martin und Harry die Leitungsführung weitgehend rekonstruieren und (mit roter Tinte) in einen Plan und auf die Modulkästen übertragen.


Zahlreiche Abende vor dem Basteltreffen hatte ich damit verbracht, Bahnsteigkanten aus Gips herzustellen. Bei der Werkstatt Spörle gab es die passende Silikonform, die auch noch weitere Kanten aus Ziegel sowie Putz enthält. So war pro Abguss nur ein einziges 14 cm langes Stück der gewünschten Kante mit Beton-Kassetten zu erhalten, und entsprechend zeitaufwändig waren die vielen Abgüsse.


Für die Abgüsse wurde Modellbaugips der Firma Dentona hergestellt. Dieser wird z.B. auch von Vampisol für die hervorragenden Gipsteile benutzt und dort auch vertrieben. Die Verarbeitung ist sehr einfach, solange man peinlich genau auf die angegebenen Mengenverhältnisse achtet. Eine digitale Küchenwaage ist dafür zwar eine gute Hilfe, doch manchmal sind es auch nur ein paar Tropfen Wasser, die den Unterschied ausmachen. Die vorbereiteten Abgüsse (entgratet und plan geschliffen) wurden mit Weißleim aufgeklebt und anschließend der Zwischenraum mit Styrodur aufgefüllt.


Vorbildgerecht haben wir im Bereich der Durchführung für die Drahtzugleitungen die Kassettensteine durch einen Betonträger ersetzt, in den man Fugen zur Gliederung eingeritzt hatte. Auf der Rückseite des Bahnsteigs war dieser Bereich mit einem Stahlträger überbrückt, den wir auch noch nachbilden werden. Links daneben befand sich die Überfahrt für Gepäckkarren. Die Absenkungen in der Kante haben wir ebenfalls dem Spörle-Set entnommen.


Auf dem letzten Bild, das ich kurz vor dem verschwinden der Sonne gemacht habe, kann man gut erahnen, wieviele Abgüsse benötigt werden, um unsere drei Bahnsteigkanten maßstäblich lang nachzubilden.